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Gestern ist aufgrund der Wetterverhältnisse am Wechsel die Entscheidung eher spontan für eine kleine „Wanderung“ ganz in der Nähe gefallen.

Der Parkplatz befindet sich in Gleißenfeld. Dann geht es über eine kleine Brücke und steil aufwärts in den Wald – Tafel „Türkenstürz steil“. Beim Wegweiser zum „Erzherzog Johann Rundwanderweg“ einbiegen, bis zur Einstiegsstelle in die Kletterroute – Pittentalersteig. Daran vorbei, und über steile Steinplatten (Achtung Hund und Herrchen/Frauchen sollten wirklich schwindelfrei und trittsicher sein!!!!) weiter hinauf, bis man beim Türkensturz (künstliche Ruine – erbaut 1824/25, von Fürsten von und zu Liechtenstein) ankommt. Zur Geschichte des etwas seltsam anmutenden Namens „Türkensturz“: Im September 1532 wurde ein Türkenheer bei Enzesfeld-Fischau vernichtend geschlagen. Leichte türkische Reiter wurden in das Pittental versprengt. Sie sollen von erbitterten Bauern über den Felsen bei Gleißenfeld gehetzt und in den Tod gestürzt worden sein – „Türkensturz“.


Wer mehr über die Sage erfahren möchte: http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/niederoesterreich/industrieviertel/tuerkensturzseebenstein.html

Beim Abstieg würde ich den Weg durch den Wald empfehlen. Ist weniger steil und man findet viele Sehenswürdigkeiten, wie Höhlen.

Fotos: http://picasaweb.google.at/mountaindogsaustria/Seebenstein

In den letzten Tagen hörte und las man, ausgelöst durch das Bergdrama am Nanga Parbat, immer wieder Diskussionen über den Sinn von Extremsportarten. Viele können sich nicht vorstellen, warum man so ein Risiko in Kauf nimmt, und werfen Bergsteigern Fahrlässigkeit vor. 

Zu diesem Thema ist mir heute zufällig ein Buch in die Hände gefallen, welches „Das Leben der Sherpas“ heißt und unter anderem einen eindrucksvollen Artikel beeinhaltet, der es für mich wirklich gut auf den Punkt bringt. Man muss zwar nicht die allerhöchsten Berge der Welt erklimmen, man kann dieses Gefühl „fernab des Trubels“ auch im Kleinen nachvollziehen, das die Bergsteiger immer wieder auf den Berg ruft. Dort oben, wo man Zeit für sich selbst hat, einfach nur die Natur geniessen kann und zur Ruhe finden kann, weg von den dichtbevölkerten lärmenden Städten, von den unwichtigen materiellen Dingen des Lebens, die verhindern über sich selbst nachzudenken. Es ist meiner Meinung nach falsch über Menschen zu urteilen, die einen anderen Weg gewählt haben als man selbst, andere Ideale haben und ihrer Leidenschaft und ihren Träumen nachgehen. Diesen Menschen gilt man Respekt und meine Bewunderung.

Hier der Auszug aus dem Buch:

Wenn die Moderne auf der einen Seite vulgär und materialistisch, krass und lärmend ist, so ist sie auf der anderen auch glatt, der Routine unterworfen und langweilig. In dieser dumpfen modernen Welt verliert das Selbst seine Definition, seine Schärfe, seinen Sinn und Zweck, seine Aufrichtigkeit. Demgegenüber ist das Bergsteigen mit Schwierigkeiten, Gefahren und Herausforderungen verbunden; es schärft das Selbst, macht es härter, offener und ehrlicher, realer. Ein indischer Bergsteiger betonte in den sechziger Jahren, dass die Moderne es einem erlaube, seine Fehler zu verbergen, während das Bergsteigen einen zwinge, sie einzugestehen: „Die Berge sind erbarmungslose Lehrer! Ein Mann kann sein inneres Selbst verbergen, indem er sich einen Mantel umhängt, den die sogenannte moderne Bildung und Erziehung liefert – geschmeidiges Reden, geschliffene, äußerlich gute Manieren und ein künstliches Lächeln. So kann er oft selbst die klügsten Leute täuschen. Aber in den Bergen fällt diese Tarnung auf mysteriöse Weise ab, und er steht nackt vor allen da. Er kann die peinlichen Beulen und Missbildungen in seiner mentalen Verfassung und seinem Charakter nicht verbergen. Aber mehr noch, er findet sich vor einem lebensgroßen Spiegel wieder, so wie er ist, und er kann selbst sehen, was er wirklich ist.“

Da dieses WE das Wetter nicht mitspielte, und keine Tour möglich war, werde ich statt dessen eine meiner ersten Touren beschreiben.

Die Tour auf die Rax hab ich 2006 mit Britney unternommen, und sie führte uns von Preiner Gschaid (1070 m), über Siebenbrunnenkessel und dem sogenannten Schlangenweg bis zum Karl-Ludwig-Haus (1804 m).

Der „Schlangenweg“ ist eines der beliebtesten Aufstiege auf die Rax und sicherlich nicht zu verfehlen – der Anstieg auf der Piste ist gleich zu Beginn recht steil (rote Markierung). Über die Weideflächen geht es dann gemütlicher und sanft ansteigend weiter. Dann auf dem steinigen Schlangenweg rechts vom Karlgraben aufwärts. Dieser ist sehr breit, da er früher für den Materialtransport beim Bau des Karl-Ludwig-Hauses angelegt wurde.

Beim oberen Ansatz vom Karlgraben hat man 2 Möglichkeiten – nach rechts ins „Törl“, oder links zu einem stumpfen Rücken entlang vom Kettengeländer entlang steil hinauf zur Hütte.

Fotos: http://picasaweb.google.at/mountaindogsaustria/RaxSchlangenweg

Anfahrt mit dem Auto über Kirchberg am Wechsel hinauf, bis auf die Steyersberger Schweig (1372 m). Dann geht es auf dem Wanderweg (im Winter die Langlaufloipe) nach links, bis zur Kampsteiner Schweig, und zum Kampstein. Der Weg ist nur leicht kupiert, und führt teilweise durch den Wald. Auf dem Weg sind Quellen, wo der Hund trinken kann. Man kann den Hund bedingt frei laufen lassen – vorsicht Wildwechsel! Und es sind einige Kuhgatter zu überqueren.

Die Hütte am Kampstein ist neu renoviert, aber man vermisst irgendwie die „Gemütlichkeit“.

Für das WE war Katastrophenwetter angesagt, also galt es den Samstagvormittag zu nützen. Daher sollte es eine Tour sein, die zeitlich gut abschätzbar ist, und Startpunkt war um 8h morgens. :D

(Leider war das Packtaschen-Experiment zum Scheitern verurteilt, also musste ich das Hundewasser und die Leckerlies wieder selbst tragen – aber wer wird bei diesem Habtmitleidmitmirblick nicht weich?)

Zufahrt erfolgte über Mönichkirchen, daran vorbei bis zur Ausfahrt Tränktörl/Glashütte. Danach geht eine asphaltierte Straße direkt bis zum Parkplatz (1055m).

Vom Parkplatz aus führt ein kleiner Trippelweg richtung Vorauer Schwaig (schöner), oder etwas tiefer die Straße entlang ein breiterer Weg. Wenn man dem kleinen Trippelweg folgt, muß man den Bach überqueren, was einem einen kleinen Adrenalinstoß und nasse Füsse infolge von rutschigen Steinen bescheren kann – bei so einem heißen Tag kein Problem. Und für den Hund ein Spaß!

Diese Wanderwege zur Vorauer Schwaig sind nicht allzu offensichtlich und sehr sporadisch beschildert (dafür trifft man nicht sehr viele Menschen! ;) ), und man muß sehr aufpassen sich nicht von dem sehr breiten Forstweg verführen zu lassen, sondern immer den steileren Weg durch den Wald zu wählen. Es ist auch nicht immer die Vor. Schwaig beschildert, sondern teilweise nur der Hochwechsel. Dafür ist der Anstieg sehr homogen und dadurch sehr angenehm zu gehen. Nach ca. 1,5 h ist man dann bei der Hütte angelangt, die auf 1511m liegt. Wenn man den Niederwechselgipfel mitnehmen will, geht man von der Hütte noch ca. 20 – 30 minuten, etwas steiler als zuvor, über eine Kuhwiese.

Der Tag hat sehr heiß und drückend angefangen, daher war es auf dem Gipfel (1670m) mit leichtem Wind sehr angenehm, und man konnte auf den Steinen sehr bequem sitzen, und die Natur beobachten – unter anderem Bienen im Liebesrausch. ;)

Auf dem Rückweg vom Gipfel in die Hütte hatten wir schon wieder einen kleinen Adrenalinstoss, als wir beim Abstieg genau in dem Weg von einem schwarzen Bullen waren, der zu seiner restlichen Herde wollte. Sogar Joy war mucksmäuschenstill und ging sehr zügig weiter ohne sich umzusehen.

In der Hütte konnten wir bei einem guten Hauskäsebrot entspannen und Joy bekam einen Napf voll vom frischen Quellwasser.

Der Abstieg erfolgte auf einem Alternativweg, der nur durch Steinmännchen markiert war, und direkt nach unten durch einen „Geisterwald“ führte.

Fotos sind endlich da – http://picasaweb.google.at/mountaindogsaustria/VorauerSchwaig

Am Sonntag veranstaltete unser Hundeverein ein ganztägiges Clickerseminar mit Petra Fizimayer (www.workingdogs.at.tt).

Vormittags wurden uns theoretische Grundlagen (unter anderem Lerntheorien beim Hund, Clickereinsatz, Shaping und Targettraining) vermittelt, die auch Ausgang von einigen sehr interessanten Debatten waren. Sehr lustige Szenen entstanden dann beim Rollenspiel der Teilnehmer, bei denen einer den Hund spielte, und der andere den Trainer. :) Es war wirklich interessant sich ein wenig in die Psyche des Hundes „einzudenken“: wie die Motivation aufrechterhalten bleibt bei positiven Bestätigung, und wie sehr man sequenzieren muss, bis das gewünschte Verhalten auftritt.

Nach einem sehr guten Mittagessen (Grillkotellets, Salat und für mich mal wieder extravegetarisches Menü mit gebackenem Käse – nochmals danke!) war nachmittags dann praktisches Üben mit Hund an der Reihe. Zuerst anklickern für die Hunde die keine Clickererfahrung hatten, und dann Übungen wie Target, Gegenstand verweisen, Apportierholz oder Fussgehen.

Ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben: You get what you train, not what you want!

Clickern bietet sicher viele Einsatzmöglichkeiten beim Training, für mich faszinierend war vor allem die punktgenaue Bestätigung, und wie schnell jeder der Hunde (egal welche Rasse und Grösse, egal welcher Ausbildungsstand) verstanden hatte um was es ging.

Einige Schnappschüsse sind wieder zu sehen unter: http://picasaweb.google.at/mountaindogsaustria/Clickerseminar

Immer wieder hört man als HF von Hunden des nordischen Typs die gleiche Frage. :o

Hier mal ein paar Lösungsmöglichkeiten!

Sie üben für das Casting vom Snowdogs-Sequel:

 

Oder für die nächste Schwimm-Olympiade:

Sie arbeiten als Erntehelfer (man beachte besonders das verschmitzte Grinsen):

Sie tarnen sich als Kuhhirten:

Und als Landschaftsgestalter:

 

Sie müssen als Luftzuhechler und Schattenspender fungieren:

Oder sie müssen Menschengesichter erfrischen:

Sie machen Oldies-Bewegungsgruppen:

Manchmal sitzen sie aber auch nur rum:

Oder liegen rum und sinnieren:

Oder schauen Pferdekino:

 

Sie haben auf jeden Fall viel zu tun! :)

Woran man Huskies sicher erkennt:
1.) Sie tun was sie wollen
2.) Sie hören dir fast nie zu
3.) Ihre Reaktionen sind absolut unvorhersehbar
4.) Sie jammern, wenn sie unglücklich sind
5.) Wenn du spielen willst, wollen sie allein sein
6.) Wenn du allein sein willst, wollen sie spielen
7.) Sie erwarten von dir, daß du sie bei jedem kleinen
Mucks bewirtest.
8.) Sie sind launisch
9.) Sie lassen ihre Haare überall
10.) Sie treiben dich in den Wahnsinn und kosten dich
ein Vermögen

Schlußfolgerung: Sie sind kleine Frauen in billigen
Pelzmänteln.

 

Am Samstag ging es sehr früh los – da wir meine Kollegin Gabi mit ihrer Hündin Sandy von Raststation in Guntramsdorf, und dann meine Schwester aus Wien abholen mussten. Dank Andys Fahrkünsten waren wir fast rechtzeitig im ReKa-Kennel angelangt. Es war sehr schön neue und alte Bekannte zu sehen.

Unser Start war kurz nach 9h. Der Tag versprach sehr heiß zu werden, was dann auch der Fall war – aber es waren einige Teiche auf der Strecke, was den Hunden Abkühlung ermöglichte. Während dessen konnten Andy und Guiness auf Reinis Terasse den schönen Tag genissen. Guiness fühlte sich sehr wohl inmitten von Reinis Hunden, und konnte auch den Auslauf nützen.

Leider musste ich nach dem 3ten Checkpoint w.o. geben, da meine Füsse von Blasen in immer grösserer Zahl malträtiert wurden. :(   Aber hoffentlich gibt es ein nächstes Mal.

 

 

Fotos: http://picasaweb.google.at/mountaindogsaustria/NordlandDoghike

(copyright: maris, gabi, und einige dogtrekker-seiten)